wuppertalaktiv! bei den Proben zu „Don Quijote“

(08.05.2017)

Wie schon im September 2015, so führte auch der Kulturausflug von wuppertalaktiv! am 4. Mai zu RIEDEL Communications. Nach der erfolgreichen Inszenierung von William Shakespeares „Romeo und Julia“ stehen in diesem Jahr zehn Aufführungen des „Don Quijote de la Mancha“ von Miguel de Cervantes auf dem Programm. Wenige Tage vor der Premiere am 11. Mai durften rund 60 Mitglieder und Gäste des Stadtmarketing-Vereins die Proben besuchen.

Auch bei diesem Projekt wird die imposante Halle 5 auf dem RIEDEL-Gelände an der Uellendahler Straße zum Theater. Und wie schon vor zwei Jahren überraschte und beeindruckte das Bühnenbild, über das hier noch nicht allzu viel verraten sei. Nur dies: Auf Schrottplätzen und bei Unternehmen in Wuppertal hat Regisseur Robert Sturm gemeinsam mit der Ausstatterin Aniko Elias gesucht und gefunden, und das sei ein echtes Abenteuer gewesen, wie er im späteren Gespräch erzählte. Einiges von dem, was nun auf der Bühne steht, sei nach seinen Ideen in den Ateliers von Tony Cragg zusammengebastelt worden.
Mehr als eine Stunde lang durften die Kulturausflügler zwei Proben des Anfangs von Cervantes´ Stück folgen, einem beeindruckenden Zusammenspiel aus Sprache, Bewegung, Licht, Musik, Video und Raum in einzigartiger Atmosphäre. Denn wie schon bei „Romeo und Julia“, so sind auch bei „Don Quijote“ verschiedenste meist Wuppertaler Künstler an der Inszenierung beteiligt, darunter viele Mitglieder aus dem Ensemble von Pina Bausch, allen voran Robert Sturm, der gemeinsam mit dem Schriftsteller Hubert Schirnek eine ganze neue Fassung des Stücks für die Bühne geschaffen hat.

Phantasie und Melancholie

In der Probenpause stellten sich Robert Sturm, „Don Quijote“ Marco Wohlwend und Ingeborg Wolff in der Rolle der Haushälterin den Fragen von Heike Topole von der Historischen Stadthalle. „Warum gerade Don Quijote?“ Für Sturm ist das Wechselspiel aus Realität und Phantasie ein großartiges Thema, das in unsere heutige Zeit passe. Und nein, er sei kein Regie-„Diktator“, zudem unterliege man nicht dem Druck des Routineapparates eines Stadttheaters. „Es soll allen Spaß machen, ich freue mich über Ideen!“ Wohlwend bestätigte, dass die Umsetzung eine Gemeinschaftsarbeit aller Sparten innerhalb des Teams sei. Er mag die Melancholie, die Traurigkeit und die leisen Momente des Stücks. Für Ingeborg Wolff ist es das Pure und Kindliche und die überbordende Phantasie. Ihre Figur der Haushälterin wurde weiter entwickelt, „sie soll die Geschichte in Ordnung halten“, so Sturm. In seiner Fassung hat sie sogar einen Namen: „Refugia“, in Anspielung auf den Vornamen Wolffs, der aus dem Germanischen kommend „Zuflucht“ bedeutet. Doch auch während der Proben entstehe ständig Neues, müsse umgestellt werden, „das Stück wird immer reicher“, meint Wolff.
Die Teilnehmer jedenfalls zeigten sich vom Gesehenen und Gehörten begeistert. Es sei klug gewesen, den Anfang zu zeigen, sagte wuppertalaktiv!-Geschäftsführerin Antje Lieser zum Abschluss und dankte insbesondere Robert Sturm herzlich für die „geduldete Störung der Proben“. „Wir wollen auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht“, war sie sich mit allen Anwesenden einig.

Gelegenheit dazu gibt es am 14., 16., 17., 25., 26. und 30. Mai sowie am 3., 4. und 5. Juni, und auch für die Premiere am 11. Mai soll es noch einige wenige Karten geben.