Nr. 89: WD und P

(16.02.2011)

'Wer hat Angst vor der Steuerfahndung?'

Rund 250 Gäste folgten am 16. Februar der Einladung der WD&P Unternehmensgruppe zum Business Breakfast in den brandneuen und doch traditionsreichen Barmer Bahnhof. Steuerberaterin Anke Buddenberg räumte in ihrer Begrüßung augenzwinkernd ein, dass wohl nicht alle Gäste aus persönlicher Betroffenheit am Thema "Wer hat Angst vorm Steuerfahnder?" nach Barmen gekommen seien. Natürlich lockte auch die spannende Location zahlreiche Neugierige.

Als ebenso fachkundigen wie redegewandten Referenten hatte WD&P den Rechtsanwalt und Steuerberater Dirk Aue, Kanzlei Jarosch & Partner, gewinnen können. Aue schaffte es mühelos, das Publikum mit zahlreichen Anekdoten aus seiner beruflichen Praxis und vielen nützlichen Hinweise für den "Fall der Fälle" für das Thema einzunehmen. Er begann seinen Vortrag mit einer kurzen Schilderung der Zuständigkeiten. Er erläuterte, dass im Steuerstrafecht die "Straf- und Bußgeldsachenstelle" und die Steuerfahndung die Rolle von Staatsanwaltschaft und Polizei übernehmen. Die Verteidigung können neben Rechtsanwälten auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ausüben. Dirk Aue ging im weiteren Verlauf auf aktuelle Fälle wie den Ankauf von Steuerdaten aus der Schweiz oder Liechtenstein durch deutsche Behörden ein und streifte auch die Situation von Rentnern, die zur Zeit häufig unerfreuliche Post vom Finanzamt bekommen.

An einem realen Fall schilderte Aue, wie es zu völlig überhöhten Bußgeldern kommen kann. So führte §2 des Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuergesetzes ("Die Steuer beträgt für Schaumwein vorbehaltlich des Absatzes 2 136 Euro je Hektoliter") dazu, dass einem Mandanten tatsächlich 2.136 Euro je Hektoliter berechnet worden waren. Der dramatischste Kontakt mit der Steuerfahndung ist sicher die Hausdurchsuchung. Aue riet dazu, in diesem Fall gelassen zu bleiben, die Behörden bei ihrer Arbeit zu unterstützen, aber sich nicht zu unbedachten und womöglich unrichtigen Äußerungen verleiten zu lassen.

Im Anschluss an das Referat sahen sich die Gäste in den frisch restaurierten Räumen des Barmer Bahnhofs um, der beim Business Breakfast auch seine Tauglichkeit als Tagungs- und Vortragsort eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Der nächste Gastgeber ist die Daimler AG, die zur gewohnten Stunde am 22.März in die Niederlassung Mercedes Benz, Wuppertal, Solingen in die Varresbecker Straße 123 einlädt. Informationen und Anmeldemöglichkeiten es wie immer auf der Internetseite www.bb-wuppertal.de.