In der ELBA Fabrik entsteht die Zukunft der Arbeit

(02.06.2017)

Treppauf und treppab durch die ehemalige ELBA Fabrik ging es beim Baustellengespräch von wuppertalaktiv! am 31. Mai. Die Firmengruppe Küpper stellte ihr neuestes Projekt vor, und mehr als 60 Interessierte kamen zum Arrenberg, um Näheres zu erfahren über den Ort, an dem die Zukunft der Arbeitswelt beginnen soll.

Fotos: Martin Lietz

Seniorchef Dr. Bodo Küpper begrüßte seine Gäste im Innenhof der ehemaligen Fabrik. Vor zehn Jahren hat die Küpper-Gruppe das gesamte Areal der 1998 in die Insolvenz gegangenen Firma übernommen, der Umbau der Fabrik bildet den Abschluss der Revitalisierung. Kein einfaches Unterfangen, denn: „Wir müssen wegen des Denkmalschutzes mit äußerster Sorgfalt vorgehen!“ In jedem Fall ist dieses Leuchtturm- schon jetzt auch ein Erfolgsprojekt: „Mit der Ankündigung von Radio Wuppertal, hier einzuziehen, standen ganz schnell weitere Mieter vor der Tür.“ 85 Prozent der Flächen seien vermietet, 15 Unternehmen – darunter die BARMER Pensionskasse und die vistapark GmbH – mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern werden einziehen.
Hier werde ELBA als Marke in die Zukunft geführt, so Holger Bramsiepe von der GENERATIONDESIGN GmbH, die auch zu den Mietern gehört. Zum 100-jährigen Geburtstag von ELBA würden in der ehemaligen Ordner-Fabrik eine Transformation von und neue Formen der Arbeit entstehen.
Sophie Blasberg, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Küpper, begann ihre Führung im Innenhof, in dem zur Wupper hin eine Terrasse entstehen wird, die mit der angeschlossenen Gastronomie „ELBE“ auch dem Publikum zugänglich ist.

Glas und Graffiti
Die äußere Backsteinfassade setzt sich im Inneren fort. Dazu wurden sämtliche Wände freigelegt, wobei alte Schächte und Giebel, aber auch zugemauerte Fenster entdeckt wurden, die nun wieder geöffnet sind. Apropos Fenster: Kaum eines der 270 gleicht dem anderen, jedes der neuen Isolierfenster ist eine Spezialanfertigung.
Auch die Säulen und Stahlträger – die auch nach Jahrzehnten die Statik des Gebäudes gewährleisten – wurden wieder in ihren Originalzustand versetzt.
Neben Balkonen sind drei Dachterrassen geplant, die Ausblicke sind je nach Standpunkt mal urban zur Stadt hin, mal grün auf die Wälder unterhalb der Königshöhe. „Im Inneren achten wir darauf, die Weite der Räume und ihren ursprünglichen Charme nicht zu zerstören“, erklärte Blasberg. Wenige Zwischenwände und viel Glas sollen dafür sorgen. Die Graffitis und Gemälde an den Wänden, die noch von den Kunst- und Kulturveranstaltungen zeugen, die ab 2009 hier stattfanden, sollen erhalten und durch ihre Urheber erneuert werden.

Coworking Space und Kinderbetreuung
Geschichte setzt sich fort: ELBA, ursprünglich zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Elberfeld und Barmen, warb einst auch mit dem Slogan „Erfolgreiche Lösungen für besseres Arbeiten“. Denn in der Fabrik wird das „codeks“ entstehen, das ihre Gründer Britta Preuße und Nico Henkels vorstellten. Sie planen einen Coworking Space, der sich ganz nach den Bedürfnissen der Nutzer und deren Work-Life-Balance richten soll. Mit 1.500 Quadratmetern für rund 500 Coworker wird er einer der größten in NRW sein.
Zur Work-Life-Balance gehört übrigens auch das Angebot einer Betreuung für die Kinder der in der ELBA Fabrik arbeitenden Mütter und Väter. Dort wird Platz für 18 kleine „ELBA-Eulen“ sein.
Beim abschließenden Imbiss mit Bratwurst und kühlen Getränken, dort, wo noch vor Jahren der „Kunst Cluster“ oder das „Sommerloch“ die Menschen anzogen, zeigten sich die wuppertalaktiv!en beeindruckt und begeistert – und freuten sich schon auf einen Besuch im fertig gestellten ELBA Zukunftswerk.

Peter ten Eicken