Entscheidertreffen: „Ich bin, wie ich bin!“

(12.07.2015)

Beim letzten Entscheidertreffen von wuppertalaktiv! stand noch sein Vorgänger Dr. h.c. Peter H. Vaupel im Mittelpunkt. Das ist etwas über ein Jahr her. Fast genauso lange ist nun Gunther Wölfges Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Wuppertal. Zeit also, auch dem Nachfolger ein paar Fragen zu stellen über seine Person, über die Beziehung zu seinem neuen Heimatort und über die Zukunft des größten Kreditinstituts der Stadt.

Und so hieß Wölfges am 10. Juni bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche interessierte Mitglieder und Gäste von wuppertalaktiv! auf der wunderbaren Gartenterrasse im siebten Stock des Glaspalastes willkommen.
Nach dem Genuss kühler Getränke und der schönen Aussicht auf die Nord- und Südhöhen der Stadt ging es ins anliegende Konferenzzimmer, in dem sich Wölfges den Fragen der wuppertalaktiv!en Antje Lieser und Jochen Braun stellte.
Seit mehr als 30 Jahren ist Wölfges bei der Sparkasse, seine Ausbildung machte er in Krefeld, war später Verbandsprüfer beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband in Düsseldorf, wechselte dann zur Sparkasse Essen, danach nach Haan, wo er Vorstandsvorsitzender wurde. 2009 ging er in gleicher Funktion zur Sparkasse Mittelmosel Eifel-Mosel-Hunsrück, bevor er im letzten Jahr nach Wuppertal kam. Der gebürtige Krefelder ist 55 Jahre alt, nach eigener Angabe zwei Meter groß, ist in zweiter Ehe verheiratet und hat aus seiner ersten Ehe einen Sohn, der ebenfalls bei der Sparkasse ist.
Natürlich sei er Weintrinker seit seiner Tätigkeit an der Mosel, aber geprägt durch die früheren Standorte auch dem Bier nicht abgeneigt. Und ja, er spiele auch Golf, aber: „Ich habe da ein Handikap mit meinem Handikap.“
Angesprochen auf seine Fröhlichkeit und seine Ausgeglichenheit, die er ausstrahle, sagte Wölfges, das dies keineswegs Schauspielerei sei. „Ich bin, wie ich bin“, bekräftigte er.

„Wir sind ein Unternehmen für Wuppertal“

Nach nunmehr einem Jahr, nach vielen persönlichen Gesprächen und Besuchen von Unternehmen verstehe er heute, wie die Menschen in Wuppertal tickten. Und ja, man werde an den Filialen festhalten. Für die Sparkasse seien die Natürlichkeit, das Vertrauen der Kunden und der persönliche Umgang mit ihnen wichtig. „Unsere DNA ist, bei den Menschen zu sein“, betonte Wölfges. Natürlich habe sich in den letzten Jahren auch für sein Institut sehr viel verändert, so der Vorstand, und erinnerte sich an die Aufstellung des ersten Geldautomaten während seiner Ausbildung in Krefeld.
Dazu zählt auch der immer stärker wachsende bargeldlose Zahlungsverkehr. Doch diese Entwicklung ginge nicht zu Lasten des Personals. „Hier entstehen neue Aufgaben für unsere Mitarbeiter“, so Wölfges. Der Idee von Fusionen mit anderen Sparkassen der Region sieht Wölfges kritisch. Man werde sich weiterhin auf seinen Bereich konzentrieren, eine Fusion sei kein Selbstzweck, und: „Sie entfernt uns von den Kunden.“ Zu seinen zukünftigen Aufgaben gehöre vor allem die Versorgung der Privat- und der Unternehmenskunden, aber auch, die Gemeinschaft in Wuppertal weiterhin zu unterstützen, denn: „Wir sind ein Unternehmen für Wuppertal!“

Begeistert von Wuppertal

Die Entscheidung, nicht nur zum Arbeiten nach Wuppertal zu kommen, sondern auch den Wohnort hierhin zu verlegen, sei eine richtige gewesen. „Es ist beeindruckend, wie die Menschen hier die Zukunft der Stadt gestalten“, so Wölfges. Als Beispiel nannte er das Projekt der Nordbahntrasse. Auch die Idee einer Seilbahn zu den Südhöhen begeistert ihn. „Bei der Zukunftsgestaltung der Stadt möchten wir als Sparkasse dabei sein – neutral und mit Bescheidenheit.“ Mit seiner Frau habe er schon viele der verschiedenen Stadtviertel erlaufen, er freue sich an der Nähe zur Natur und den schönen Parks. Zu seinen Freizeitunternehmungen gehörten Kino-, Opern- und Theaterbesuche, aber auch der abendliche Bummel durch das Luisenviertel. Einen Lieblingsort in dieser Stadt habe er jedoch noch nicht gefunden.
Doch es war deutlich herauszuhören: Wuppertal passt zu Gunther Wölfges. Und seine Gäste waren sich beim anschließenden Beisammensein auf der Terrasse einig: Umgekehrt ist das genauso.