154. BB: Ein starkes Stück Wuppertal

(16.11.2017)

Zwischen Marketing für die Stadt, Imagebildung, Nachwuchsarbeit und der Akquise von Spendengeldern: Ein Blick hinter die Kulissen der Wuppertaler Kurrende, dem Gastgeber des 154. Business Breakfast am 16. November.

So ein Start in den Tag kann sich im wahrsten Sinn des Wortes hören lassen: Das 154. Business Breakfast, diesmal zu Gast bei der Wuppertaler Kurrende an der Mozartstraße, begann mit einer Aufführung des Knabenchors und einer wirklich gelungenen Kostprobe dessen, was die Kurrende tagtäglich leistet. Im anschließenden Vortrag von Olaf Rosier, des 1. Vorsitzenden, wurde schnell deutlich: Die Kurrende tut viel für die Stadt und ihre Menschen – und mehr, als wohl für die meisten auf den ersten Blick ersichtlich.

Gegründet 1924 als Elberfelder Kurrende hat sich der Verein zu einer wichtigen Institution entwickelt. Mit acht festen Mitarbeitern und einem jährlich aufzubringenden Budget von rund 350.000 Euro ist die Kurrende ein Unternehmen mit Zielen, mit denen sich auch ganz normale Firmen auseinandersetzen: Es geht darum um Nachwuchs zu werben und Einnahmen – in diesem Fall zumeist in Form von Spenden – zu generieren.

Stillstand gibt es bei der Kurrende indes nicht. Allein in den vergangenen zwölf Jahren hat der Verein – zusätzlich zum jährlich zu bewältigenden Aufwand – rund 500.000 Euro investiert. Das Geld ist unter anderem in eine neue, umweltfreundliche Heizung, eine Photovoltaikanlage und in die Neugestaltung der Außenanlage geflossen. Schon letzteres Beispiel zeigt: Bei der Wuppertaler Kurrende geht es um mehr als ums Singen. „Wir verbinden die Ausbildung mit Spiel und Freizeit und geben den jungen Männern und deren Familien ein komplettes Paket an die Hand“, brachte Rosier es auf den Punkt.

Praktisch sichtbar ist die Kurrende quasi an fast allen Orten in der Stadt und weit darüber hinaus. An mehr als 20 Grundschulen in Wuppertal gibt der Verein Mitmachstunden oder leitet Chorprojekte, er singt bei Gottesdiensten, vor allem wie jetzt zur Adventszeit in Krankenhäusern und Altenheimen, hat eigene Aufführungen unter anderem in der Stadthalle und in der Bergischen Universität. Auch auf dem Programm stehen immer wieder zahlreiche Auslandsfahren und spektakuläre Crossover-Projekt wie zuletzt die Zusammenarbeit mit der WDR-Bigband. „Am Ende wird Singen so zu einem Gemeinschaftserlebnis.“

Eine Herausforderung ist für die Kurrende die Nachwuchsarbeit. Zwar singen dort bereits Kinder ab vier Jahren, der Konzertchor startet aber erst mit neun bis zehn Jahren. Dann bleiben den Chorleitern gerade einmal drei bis vier Jahre, bevor ihre Sänger in den Stimmbruch kommen, eine Pause einlegen müssen und erst später wieder in den Erwachsenenchor zurückkehren. „Wir investieren hier in die Zukunft unserer Kinder. Und dafür braucht es den Schulterschluss von Wirtschaft, Politik, Kirche und Kultur“, sagte Rosier mit Blick auf die anwesenden Unternehmer. Dabei sei ein Engagement auch für die Unternehmen langfristig gewinnbringend und könne beispielsweise zur Markenbildung eingesetzt werden. Auch Kundenkonzerte oder die Übernahme von Patenschaften seien möglich. „Wichtig ist, dass bei uns kein Kind aus Geldnot der Kurrende fernbleibt.“

Für so viel Engagement und Arbeit für die Stadt ist die Kurrende dann auch zurecht mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis in der Kategorie Stadtmarketing sowie als Träger des Von der Heydt-Kulturpreises ausgezeichnet worden. Nach diesem Business Breakfast geht es nun erst einmal in die Winterpause. Die nächste Veranstaltung ist dann am 7. Februar bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH.