158. BB: „Politik spielt eine große Rolle bei unserer Arbeit“

(16.05.2018)

Ein Portfoliomanager berichtet aus seiner Welt und über die wichtigsten Entwicklungen am Kapitalmarkt: Zum 158. Business Breakfast am 16. Mai in der VillaMedia hatte diesmal die Volksbank Bergisches Land eingeladen.

Einen Morgen abtauchen in die Welt eines Portfoliomanagers – so lässt sich das 158. Business Breakfast am 17. Mai in der VillaMedia auf den Punkt bringen. Gastgeber diesmal war die Volksbank, die im Bergischen Land seit rund 150 Jahren besteht. Bevor allerdings Robert Schmitt über die aktuelle Situation der Kapitalmärkte sprach, nahm Vorstandsvorsitzender Andreas Otto die rund 200 Gäste mit auf eine kleine Reise durch die Geschichte der Volksbank, um erst einmal ein Gefühl dafür zu bekommen, in welchem Umfeld sie sich überhaupt bewegen.

Denn mit ihren 75.000 Kunden und einer Bilanzsumme von rund 2,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zählt die Volksbank seit ihrer Fusion zu einer der größten Genossenschaftsbanken in NRW. An 25 Standorten in 14 Städten arbeiten 400 Mitarbeiter, etwa ein Zehntel davon sind Auszubildende. Insgesamt verwaltet die Volksbank auf diese Weise 1,3 Milliarden Euro Kundenkredite, 1,6 Milliarden Euro Kundeneinlagen und fast 1 Milliarde Euro Wertpapiereinlagen. „Wichtig ist uns aber vor allem das lokale Engagement“, betonte Andreas Otto und zeigte, wie die Volksbank im Bergischen Kindergärten baut, den Sport fördert und in Schulen präsent ist. „Bergisch, gemeinsam, stark: das sind unsere Werte.“

Und genau die werden auch von Robert Schmitt vertreten, dessen Arbeitstag als Portfoliomanager morgens früh mit dem Studium der politischen Lage beginnt: Was passiert in China, was gibt es neues beim Brexit, wie schreitet die Regierungsbildung in Frankreich voran, was hat Donald Trump zuletzt getwittert? Um die Lage am Kapitalmarkt zu beurteilen, sind all diese Fragen relevant und wichtig. „Politik spielt eine große Rolle bei unserer Arbeit.“ Und die macht er nicht alleine, sondern gemeinsam mit 150 Kollegen, jeder davon mit einem eigenen Fachgebiet. So entsteht ein umfassendes Bild der gesamten Lage.

„Das wichtigste, das ich habe lernen müssen ist zu trennen zwischen dem, was ich mir vielleicht persönlich für eine politische Situation wünschen würde und dem, was ich glaube, was am Ende wirklich passiert“, brachte Schmitt seine Arbeit auf den Punkt. Aus der Einschätzung der Experten und der Entwicklung der Märkte lassen sich dann Prognosen ableiten, die wiederum entscheidend sind für ein kluges Portfoliomanagement. „2017 zum Beispiel war sehr ruhig, dieses Jahr ist viel mehr Bewegung am Markt. Und genau diese Bewegung brauchen wir, um gut arbeiten zu können.“

Ein paar seiner wichtigsten Erkenntnisse hatte Robert Schmitt natürlich auch mitgebracht: „Wir haben derzeit ein weltweites Wachstum, so stabil zum ersten Mal seit der Finanzkrise. Dieses Wachstum stützt die Märkte und wird es auch in Zukunft noch tun. Dabei ist die Zolldebatte aktuell noch nicht als Renaissance des Protektionismus zu sehen, sondern drückt vielmehr eine Stimmung aus. Fakten sind da noch nicht geschaffen worden. Trotzdem sind natürlich vor allem die US-Unternehmen optimistisch, doch auch in der Eurozone stützt sich der Aufschwung auf eine breite Basis.“

Trotzdem sei es wichtig, in der EU die nötigen Reformen voranzutreiben und nicht nur auf ausbleibende Katastrophen zu hoffen. „Negative Realzinsen in Deutschland werden auf absehbare Zeit bleiben, Aktien und auch Rohstoffe, die wieder im Aufwind sind, sind daher die bessere Wahl als Renten und Währungen. Wobei in jedem Fall natürlich die richtige Einzeltitelauswahl entscheidend ist“, lautete das Fazit von Schmitt.

Das nächste Business Breakfast findet am 14. Juni in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft – Schumpeter School of Business and Economics statt.