156. BB: Eine kulturelle Bereicherung

(20.03.2018)

In den Tag starten mit Klaviermusik: So schön geht das nur in der Wuppertaler Musikhochschule, Gastgeber des 156. Business Breakfast.

Frühlingsanfang, dazu die passende Musik und eine spannende Location – nur mit Schnee und streikenden Busfahrern hatte bei diesem 156. Business Breakfast in der Musikhochschule Wuppertal niemand gerechnet. Dass aber trotzdem viele Besucher in die Räume nach Barmen am Sedansberg gekommen waren, zeigt, wie groß das Interesse war, einmal mehr über diese spannende Einrichtung zu erfahren. Dass es dazu gleich zu Beginn ein außerordentlich gut vorgetragenes Klavierstück von einem der viele Masterstudenten zu hören gab, machte die Anreise nur umso lohnenswerter.

Die Musikhochschule Wuppertal, wie sie jeder nennt, ist ein durchaus kompliziertes Gebilde und heißt eigentlich „Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal“ – Köln und Aachen sind die beiden anderen Standorte für die insgesamt 1600 Studierenden, 200 davon in Wuppertal, erklärte Leiter Prof. Dr. Lutz Hesse. „Hier in Wuppertal sind wir seit 2008 beheimatet, seit unserem Wegzug aus Elberfeld im ehemaligen Barmer Amtsgericht, das komplett saniert worden ist.“ Schon länger habe man nach neuen Räumen gesucht, da das ehemalige Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße doch sehr in die Jahre gekommen war.

„Wir haben damals natürlich auch einen Akustiktest hier gemacht, der war allerdings negativ. Nur gesagt haben wir das niemandem“, sagte Hesse – heute nach vielen Jahren Abstand mit einem Lachen. „Uns war von Anfang an klar, dass wir uns mit Geduld und Zeit von Raum zu Raum durcharbeiten und die Akustik eben auf diese Weise verbessern müssen.“ Ein Prozess, der auch rund zehn Jahre nach dem Umzug noch nicht völlig abgeschlossen ist, wie die aktuellen Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude zeigen. „Das hier waren ja alles Verwaltungsräume, kleine Amtsstuben, entsprechend viel mussten wir tun.“ Trotzdem sei das Raumgefühl in Barmen von Anfang an sehr gut gewesen. „Hier kann man durch die Gänge schreiten. Das ist schon etwas anderes als in dem maroden Gebäude, in dem wir vorher gewesen sind.“

Ohnehin ist die Musikhochschule in Barmen längst zu einem wichtigen Teil des Quartiers geworden, eine kulturelle und vor allem niedrigschwellige Bereicherung für das ganze Viertel, betonte Lutz Hesse: „Wir nehmen keinen Eintritt, es gibt keine Garderobe, zu unseren Vorstellungen kann jeder kommen und das wird auch von vielen Menschen wahrgenommen, die nicht zu denen zählen, die sonst regelmäßig ins Opernhaus gehen.“

Überlegungen, aus dem Verbund mit Köln und Aachen auszutreten, habe es zwar immer wieder gegeben, vor allem aus finanziellen Gründen, letztlich aber sei der Standort Wuppertal sogar aufgewertet worden und sein Bestehen für die kommenden Jahre gesichert. „Wir können die Ausbildung im künstlerischen und pädagogischen Bereich weiterführen. Und viele Studierende machen hier tatsächlich beides. Denn uns geht es darum, sie auch aufs Berufsleben vorzubereiten – und das sieht bei den meisten von ihnen eben so aus, dass sie nicht allein davon leben können, Solist zu sein.“ Entsprechend breit aufgestellt ist auch das Angebot in Wuppertal. „Wobei wir stolz darauf sind, weltweit die einzige Professur für Mandoline zu haben“.

Das nächste Business Breakfast findet am Dienstag, 10. April, bei der Firma Aptiv statt, einer Tochterfirma von Delphi. Thema dann ist das autonome Fahren.