149. BB: Schwebebahnlauf e.V. im Barmer Bahnhof - „Strahlt über Wuppertal hinaus“

(18.05.2017)

Was muss bei der Organisation eines großen Sportevents wie dem Schwebebahnlauf eigentlich alles beachtet werden? Der Schwebebahnlauf e.V. gab beim 149. Business Breakfast im Barmer Bahnhof einen Einblick hinter die Kulissen. Dabei lautet das Motto stets: Nach dem Lauf ist vor dem Lauf.

Fotos: Tim Ahlrichs

Ein so ausgiebiges Frühstück - mit süßen und herzhaften Stullen, Milchreis aus dem Thermomix und Schwebebahn-Waffeln – muss auch wieder abtrainiert werden. Der 5. Schwebebahn-Lauf am 2. Juli eignet sich dafür gut, denn man schwitzt sicher nicht alleine. Etwa 5,56 Millionen Menschen joggen in Deutschland, über 7000 davon im letzten Jahr beim Schwebebahnlauf. Silvia Kramarz, Vorsitzende von Schwebebahnlauf e.V., beginnt ihren Vortrag mit einer Menge Zahlen, die sich sehen lassen können: Starteten 2013 noch 4.300 Läufer, waren es 2016 bereits über 7000 aus 58 Städten und 5 Ländern.

Im letzten Jahr erkannten 269 Firmen die Vorteile des Schwebebahnlaufs und schickten eigene Teams los. „Sie sind ein gesundes Unternehmen, und das strahlt auch über Wuppertal hinaus“, betont Kramarz. Neben der Förderung der Unternehmenskultur und Kommunikation, stärkt es nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern erhöht auch den Teamgeist: Ohne Hierarchien läuft Angestellter neben Chef, Verwaltungsmitarbeiter neben Oberbürgermeister Andreas Mucke. „Und Ihre Mitarbeiter laufen an einem Sonntag mit Ihrem Firmenlogo durch die Gegend“, setzt Silvia Kramarz noch drauf.

Ein so großes Sportevent wie der Schwebebahnlauf will jedoch gut geplant werden. Besonders das Thema Sicherheit beschäftigt das Team. „Die Filmaufnahmen des letzten Laufs sehen nicht nur beeindruckend aus, für uns sind sie auch aufschlussreich, wo wir beim Thema Sicherheit nachrüsten müssen“, erklärt Kramarz. 2017 wird es eine neue Läuferaufstellung geben, es wurde ein eigenes Sicherheitskonzept erarbeitet. Dessen Schutzziele sollen für einen störungsfreien Verlauf der Veranstaltung führen, aber auch die Sicherheit und medizinische Versorgung von Besuchern und Teilnehmern garantieren. Auch das Veranstaltungsgelände muss genau definiert, Absperrungen und Fluchtwege geplant werden. Auch Themen wie Barrierefreiheit, Versicherung und Kommunikation beschäftigen das Planungsteam. In diesem Jahr wird es erstmals eine Kommunikationslinie vom Startpunkt bis zum Ziel geben: „Wenn am Alter Markt etwas passiert, lässt Am Haspel keiner mehr einen Läufer starten“, erklärt Kramarz.

Ohne die Unterstützung zahlreicher Wuppertaler Firmen, Sponsoren, Premium Partner und Ehrenamtler könnte Schwebebahnlauf e.V. die Kosten dafür gar nicht stemmen. Alleine dieses Jahr müssen rund 300.000 Euro aufgebracht werden, die alleine durch die Startgelder nicht zusammen kämen. „2017 haben wir vierfache Kosten für das Thema Sicherheit, das wir auch ausreichend bedienen wollen“, sagt Kramarz. Die parallel stattfindende Tour de France stellte die Planungen dabei vor eine zusätzliche große Herausforderung. Doch durch die besondere Zusammenarbeit mit Wuppertaler Firmen und auch durch den Sitz im W-tec konnte auf Expertenwissen zurück gegriffen werden oder es haben sich Synergien entwickelt.

Der Schwebebahnlauf im Juli hält jedoch nicht nur die Läufer und das Team von Schwebebahnlauf e.V. auf Trab. Das ganze Jahr über wird geplant, werden Anträge eingereicht auf Sondernutzung oder Sperrungen. In Zahlen schlägt sich das besonders nieder: Aufgrund des hohen Besucheraufkommens fährt die Schwebebahn im Dreiminutentakt, 200 extra Busse kommen zum Einsatz und beschäftigen so zusätzlich 15 Mitarbeiter; auch in der Verwaltung sind 20 Mitarbeiter mit den Anträgen der Veranstaltungen beschäftigt. Der Lauf führt zu etwa 1.000 kg extra Müll, der beseitigt werden will. 137.000 Liter wurden in den letzten fünf Jahren insgesamt während des Laufs getrunken - und mussten dafür erst einmal nach Wuppertal transportiert werden. Weitere Events wie der Bergbahn-Lauf im Oktober und der Fackel-Lauf im November zeigen jedoch: Es kommt gut an bei den Wuppertalern.

Nach all den Zahlen hilft Schwebebahnlauf e.V. dann auch beim Abtrainieren des Frühstücks. Trainer Sebastian vom Fitnesspartner BeFIT motivierte zum gemeinsamen Morgensport.

Und so wie nach dem Lauf vor dem Lauf ist, ist nach dem Business Breakfast vor dem Business Breakfast: Das 150. Business Breakfast findet am Mittwoch, den 21. Juni 2016, in den Räumen der Concordia statt. Dort gibt radprax einen Einblick in seine Arbeit in der Radiologie und Strahlentherapie.