145. BB: "Evolution und Revolution"

(09.11.2016)

Mit dem Konzept des BMWi hat BMW konsequent auf die sich verändernden Anforderungen in den Bereichen Verkehr und Mobilität reagiert. Wie weit diese neue Denkweise tatsächlich reicht, hat die Procar Automobile GmbH beim 145. Business Breakfast gezeigt.

Fotos: Tom V Kortmann

Ja, der Weg ist noch weit – aber wer die Mitarbeiter von BMW Procar reden hört, hat keine Zweifel, dass er am Ende erfolgreich sein wird. Exakt eine Millionen Elektroautos sollen laut Plänen der Bundesregierung bis 2020 auf Deutschlands Straßen unterwegs sein, aktuell sind es gerade einmal rund 60.000. Auch die zuletzt ausgelobte Prämie hat daran bislang wenig geändert. An den Fahrzeugen selbst kann dieser Missstand eher nicht festgemacht werden, denn die sind: nachhaltig, modern und extrem spannend.
Also Bühne frei für die 145. Ausgabe des Business Breakfast bei der Procar Automobile GmbH an der Friedrich-Ebert-Straße – und für ein Thema, das jeden angeht: die Zukunft der Mobilität, Untertitel „Neue Antriebskonzepte sind angetreten, um die Mobilität der Zukunft zu sichern“. Zu diesem Thema passte auch der Standort des erfolgreichen Unternehmens (einer der größten Händler für BMW, Mini und Rolls Royce), denn der Arrenberg schickt sich an, Wuppertals erster klimaneutrales Quartier zu werden. Und tatsächlich ist die Schnittmenge von Umweltschutz, Nachhaltigkeit und einer neuen Mobilität extrem groß, wie den rund 150 Gästen schon nach wenigen Minuten klar wurde.
Zunächst aber gab es ein paar einführende Worte und interessante Zahlen von Procar-Geschäftsführer Jörg Felske, der als Vertreter alles 15 Standorte angereist war und das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro verantwortet. Zu Recht besonders stolz betonte Felske, die Auszeichnung als Ausbilder des Jahres 2015 durch die IHK, die auch die rund 50 Auszubildenden der Procar-Gruppe gefreut haben dürfte.  
Anschließend übernahm Markus Müller, bei Procar zuständig für den Verkauf der 2013 ins Leben gerufenen BMWi-Reihe. „Es geht um viel mehr, als ein herkömmliches Auto zu nehmen und einen Elektromotor einzubauen“, sagte er in seiner Einführung.  
Im Kern steckt dahinter zunächst die Aufgabe, globale Trends zu erkennen und branchenspezifisch auf sie zu reagieren. Im Fall der Automobilindustrie bedeutet das: ein veränderter Wertewandel der Kunden, Umweltschutz und sich wandelnde Ansprüche an Verkehr und Mobilität. Durch diese Trends entstehen Herausforderungen. Beispiel Gesetzgebung: In fast allen Ländern und Absatzmärkten werden die Richtlinien, was CO²-Emissionen betrifft, immer schärfer. „Unsere Antwort lauten Evolution plus Revolution.“ Konkret bedeutet das: effiziente Verbrennungsmotoren auf der einen und alternative Antriebe auf der anderen Seite.
So entsteht ein neues Geschäftsfeld, denn konsequent umgesetzt bringt ein neuer Antrieb sowohl eine neue Produktion, neue Materialien und letztlich eine völlig neue Denkweise mit sich. Um erste Erfahrungen zu sammeln, hat BMW dabei zunächst dann doch das Naheliegende getan: einen Mini genommen und einen Elektromotor eingebaut. „Es ging darum herauszufinden, wie sich das Fahrverhalten verändert.“ Mit solchen erfolgreichen Feldversuchen kamen im zweiten Schritt neue Materialien hinzu. Carbon in diesem Fall, denn die Akkus, der Speicher der Elektromotoren, bringen einiges an Gewicht mit. Doch dank einer völlig neuen Karosserie ist beispielsweise der BMW i3 mit seinen 1,2 Tonnen heute sogar leichter, als ein Standardfahrzeug mit Verbrennungsmotor, das immerhin etwa 1,4 Tonnen Gewicht auf die Waage bringt.
Im Sinne eines ganzheitlichen Umdenkens waren im neuen Modell auch nachhaltige Materialen wichtig, erklärt Markus Müller: Eukalyptusfurnier im Innenraum, die Türverkleidung aus Kenaf, eine Pflanze aus der Familie der Malvengewächse. „Außerdem hat BMW die Produktion komplett umgestellt, den Energieverbrauch um 50 Prozent und den Wasserverbrauch um 70 Prozent gesenkt.“ Die Energie, die nun noch benötigt wird, stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. „BMW hat so eine vielfältige und umfassende Antwort auf die Frage nach der Mobilität von morgen gegeben“, sagt Müller. Recht hat er, denn das Konzept der i-Reihe hört nicht bei den Fahrzeugen auf, sondern setzt sich auch mit der Frage der Batterieladung auseinander – wahlweise Zuhause oder unterwegs, wobei es für beide Fälle die passenden Antworten gibt. Beispielsweise durch ein Navigationssystem, das nicht nur den Weg zur nächsten Ladestation kennt, sondern dem Fahrer auch sagen kann, ob diese bereits belegt ist. Falls übrigens ja, ist das auch nicht tragisch, denn der BMW i3 ist in 30 Minuten zu rund 80 Prozent wieder aufgeladen und bereit für die nächsten Kilometer.
Passend mit dem ersten leichten Schneefall an diesem Tag in Wuppertal, verabschiedet sich das Business Breakfast jetzt in die Winterpause. Weiter geht es dann am 22. Februar bei Ikea. Thema dann wird unter anderem sein, wie es gelingen kann, in nur zehn Monaten ein neues Möbelhaus zu bauen und dafür auch noch die richtigen Mitarbeiter zu finden.