144. BB: „Wir müssen agieren, nicht nur reagieren“

(06.10.2016)

Die Digitalisierung ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Das wurde auch beim 144. Business Breakfast deutlich, zu dem die Rinke Treuhand GmbH in ihre neuen Räume im Landmarken-Gebäude am Wall geladen hatte...

Wer sich vergegenwärtigen möchte, was die wichtigen Themen unserer Zeit sind, der ist beim Business Breakfast richtig – und wird nach der inzwischen 144. Ausgabe am 6. Oktober bei der Rinke Treuhand GmbH festgestellt haben: Es ist vor allem die Digitalisierung. Sie war Thema des Vortrags von Geschäftsführer Peter Temmert, der dazu in die neuen Räume der Rinke im Landmarken-Gebäude am Wall geladen hatte. Hier hat das Unternehmen vier der insgesamt fünf Etagen bezogen und sich im Vergleich zum alten Standort auf der anderen Straßenseite um etwa zehn Prozent auf rund 4300 Quadratmeter vergrößert. Das soll dann auch für die kommenden 15 Jahre reichen, sagte Temmert, denn „künftig werden wir trotz Wachstum nicht zwangsläufig mehr Platz benötigen – die Digitalisierung macht es möglich.“
Damit war Temmert, seit 2006 Geschäftsführer und Gesellschafter des 140 Mitarbeiter großen Unternehmens, bei seinem eigentlichen Thema angelangt, allerdings nicht ohne vorher noch kurz auf die wichtigsten Kennzahlen der Rinke Treuhand einzugehen: 30 Prozent ihrer Kunden haben ihren Wohnsitz in Wuppertal, weitere 45 Prozent im Bergischen Land. „Wir machen in etwa drei Viertel unseres Umsatzes in einem Radius von 70 Kilometern.“ Und die vielen Mandanten der Rinke fragen inzwischen vor allem eines immer wieder nach: die Digitalisierung ihrer Daten. „Die Kunden wollen ihre Daten digital übertragen. Ordner sind nicht mehr gefragt“, brachte Peter Temmert es auf den Punkt.
 
Die Digitalisierung als einer der Megatrends unserer Zeit hat längst Einzug gehalten in unseren Alltag: der intelligente Kühlschrank, der selbst merkt, wenn die Milch zu Ende geht, das Auto, das die Werkstatt anruft noch bevor der Fahrer weiß, dass etwas nicht stimmt – und mittendrin die Digital Natives, die jungen Menschen ab Jahrgang 1990, die eine analoge Welt nur noch aus alten Filmen kennen. Keine Frage also, dass sich hier auch die Anforderungen an ein modernes Steuerberatungs- und Steuerprüfungsbüro geändert haben und noch viel drastischer ändern werden. „Mehr als 70 Prozent der 14- bis 29-Jährigen kommunizieren inzwischen über Messenger wie Facebook und WhatsApp“, sagte Temmert. E-Mails – einst ein Symbol der digitalen Welt – werden inzwischen vor allem von den ab 30-Jährigen genutzt. „Das hat Auswirkungen auf unsere Branche. Wenn wir mit den jungen Menschen kommunizieren möchten, müssen wir das als Dienstleister berücksichtigen.“
Denn es sind diese jungen Menschen, von denen einige später einmal selbst Unternehmen und Mitarbeiter führen werden – und das zum Teil mit wesentlich einfacheren Startbedingungen als noch vor ein paar Jahren: „Die Markteintrittsbarrieren für Gründen sind enorm gesunken. Heute braucht man in vielen Fällen nur noch eine gute Idee und einen Webshop.“

Ein Beispiel, was Digitalisierung bereits jetzt schon leisten kann, nannte Peter Temmert auch. Für einen Mandanten aus dem Onlinebereich hat die Rinke Treuhand erst vor Kurzem die Buchungsvorgänge automatisiert und digitalisiert. „Statt 8000 Buchführungssätze sind es jetzt nur noch etwa 2000, die monatlich von Hand eingegeben werden müssen.“ Mit solchen Entwicklungen einher gehen dramatisch steigende Anforderungen an die Datensicherheit. „Hier müssen wir agieren und nicht nur reagieren.“
Trotz aller Komplexität und Schnelligkeit des Wandels gibt es also auch Grund zum Optimismus. Nicht zuletzt, weil es die Digital Natives sind, die inzwischen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen und in vielen Fällen ganze Branchen revolutionieren werden. „Und sie werden möglicherweise auch unsere Kunden von morgen besser ansprechen können, als wir das heute tun“, sagte Peter Temmert.

Und vielleicht freunden die sich auch mit der Technik an, die zumindest bei diesem Vortrag eindrucksvoll streikte, so dass Temmert seine Ausführungen des Themas zum Trotz vollkommen analog halten durfte. Geschadet hat das allerdings überhaupt nicht – vielmehr gezeigt, dass der Mensch trotz allen Fortschritts an manchen Stellen eben doch noch lange nicht zu ersetzen ist.

Die nächste und letzte Ausgabe des Business Breakfast in diesem Jahr findet am 9. November bei ProCar Automobile statt – Thema dann wird die Elektromobilität sein.