142. BB: „Die Trasse verbindet Menschen“

(08.07.2016)

Was bürgerschaftliches Engagement bewegen kann, zeigt die Nordbahntrasse eindrucksvoll. Beim 142. Business Breakfast zog Dr. Carsten Gerhardt ein Resümee anlässlich des zehnten Geburtstages der Wuppertalbewegung und gab einen Ausblick auf kommende Projekte.

Es war die perfekte Location für Kreative, Macher und Utopisten, bei diesem 142. Business Breakfast am Mirker Bahnhof – passend dazu blauer Himmel und Sonnenschein, viel besser hätte das Setting nicht sein können. Entsprechend entspannt und gut gelaunt waren viele Gäste der Einladung der Wuppertalbewegung gefolgt, die – auch anlässlich ihres zehnten Geburtstages – die Gelegenheit nutzte, um ein Resümee zu ziehen und einen Ausblick zu geben.

Was viele nicht mehr präsent hatten: Die Wuppertalbewegung war schon einmal Gastgeber eines Business Breakfast: 2007, die Trasse seinerzeit bloße Idee und noch weit entfernt von der Realität. Damals, hier konnte Redner Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertalbewegung, sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, hatte man noch geglaubt, die Trasse könne in ein oder zwei Jahren fertig sein. Dass es dann doch etwas länger gedauert habe, dafür machte Gerhardt auch die aus seiner Sicht teils schwierige Zusammenarbeit mit der Stadt verantwortlich. Auch bei der Sanierung der zahlreichen Viadukte habe es Probleme und Verzögerungen gegeben. „Ich gehe bewusst nicht nur auf das Positive ein, denn ich will die Gelegenheit nutzen, um den Appell zu formulieren: Konzentriert euch stärker auf das Erhalten und Sanieren als auf den Neubau“, sagte Gerhardt. Das sehe am Ende nicht nur schöner aus, sondern sei auch preiswerter. Dafür bekam er von den zahlreichen Unternehmern und Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft, unter ihnen Oberbürgermeister Andreas Mucke, viel Applaus.

Deutlich wurde auch: Die Trasse, die zum jetzigen Stand rund 30 Millionen Euro gekostet hat, bespielt viele Aspekte des gesellschaftlichen Lebens. Da ist das bürgerschaftliche Engagement, angefangen mit einer Entholzungsaktion vor fast zehn Jahren. Das Projekt begeistert bis heute die Menschen. „Wir bekommen auch immer wieder Anfragen, ob wir nicht noch einmal so eine gemeinsame Pflasteraktion machen können“, sagte Gerhardt, der verkündete, dass man wegen der positiven Resonanz jetzt unter anderem die Trassenfeste wieder aufleben lassen wolle.
Ein weiterer wichtiger Teil der Trasse sei die Kunst, sagte der Vorsitzende. Hier habe man mit dem bekannten Graffiti-Künstler Martin Heuwold ein echtes Aushängeschild gewinnen können, zudem habe ein Sponsor gerade ein 8 x 6 Meter großes Gemälde in Auftrag geben: „Dabei geht es darum, den Moment einzufangen, wenn man das erste Mal erfolgreich mit dem Fahrrad fährt.“
All das führe dazu, dass Menschen sich gerne für die Trasse engagieren. Aktuell sind es rund 90 Trassenpaten, die für einzelne Streckenabschnitte verantwortlich sind und sich unter anderem um die Sauberkeit kümmern.

Carsten Gerhardt nutzte das Forum aber auch, um einen Ausblick auf kommende Aktivitäten zu geben. Kurzfristig lässt sich aus seiner Sicht die Verlängerung der Trasse nach Langerfeld realisieren, hier warte man auf Antwort eines Förderantrages, die noch in diesem Monat kommen soll. Eher als langfristiges Projekt sieht er die Verlängerung Richtung Schwelm: „Hier haben wir das Problem, dass die Brücke über die A1 nicht mehr existiert, aber auch so etwas lässt sich lösen.“ Gerhardts Vision: Die Trasse soll zum längsten Campus der Welt werden. „Es wäre toll, wenn sich hier viele Einrichtungen ansiedeln, die sich mit Zukunfts- und Wissensthemen beschäftigen.“ Den Mirker Bahnhof nannte er dabei als das derzeit herausragende und schönste Beispiel für das, was an der Trasse entstehen könne. Fazit des Tages: „Die Trasse verbindet nicht nur Stadtteile, sondern auch Menschen.“

Das nächste Business Breakfast findet nach der Sommerpause am 2. September statt, Gastgeber ist die Barmenia. Thema: Digitaler Wandel – was er bedeutet und welche Herausforderungen er mit sich bringt.