wuppertalaktiv zu Gast im CinemaxX

Kulturausflug: Kinobesuch mit Tiefgang

Im imposanten Saal 1 mit 440 Plätzen (davon rund 140 belegt) begrüßte uns Adrian Görner, Senior Account Manager bei CinemaxX, mit einer eindrucksvollen Rückschau:

Das Hochwasser im Juli 2021 hatte das Kino schwer beschädigt. Drei Tage lang stand das Wasser im Gebäude. Der Putz musste von den Wänden geschlagen und der Boden komplett erneuert werden. Eine Nutzung war ausgeschlossen. Es folgten 39 Monate Stillstand, die unter anderem durch neue Vorschriften, Lieferengpässe und komplexe Bauprozesse verzögert wurden. Erst am 14. Oktober 2024 öffnete das CinemaxX wieder. Ohne große Show – aber mit 27 neu eingestellten Mitarbeitenden und dem festen Willen, Kino neu zu denken.

Was das heute bedeutet, erklärten uns Görner und Maximilian Palesch, Eventmanager und Corporate-Verantwortlicher der CinemaxX-Gruppe:

Kino ist längst mehr als Film.
Es wird zum Ort für Konferenzen, Produktpräsentationen, Live-Podcasts, Shows und Messen. Mit „Joker Returns“ setzte Palesch gemeinsam mit den Tool Rebels aus Wuppertal die Idee einer einwöchigen Messe im Kinosaal um. Ursprünglich war Wuppertal geplant, doch aufgrund der verzögerten Wiedereröffnung fand die Veranstaltung schließlich in Mühlheim statt. „Es war das Beste, was wir bisher veranstaltet haben“, sagt Palesch. Mit der Bergischen Universität laufen Gespräche. Ziel ist es, das emotionale Potenzial des Kinoraums für Bildung und Austausch zu nutzen. Denn Kino bedeutet Konzentration, kein Nebenbei, keine Ablenkung.

Ein Blick hinter die Kulissen
Filmverleih ist Taktik. Die Verhandlungen mit Disney, Warner und Universal entscheiden darüber, welcher Film wann und wie lange läuft. „Avatar” wurde beispielsweise fünf Jahre im Voraus angekündigt. Exklusivlizenzen werden verlangt. Wer den Film zeigt, muss alle großen Säle dafür öffnen. Das Kino ist ein präzise getaktetes Uhrwerk.

Auch das Publikum verändert sich.
In Deutschland gilt ein Kinobesuch pro Jahr bereits als „regelmäßig“. In Dänemark geht man vier- bis fünfmal pro Jahr ins Kino, besonders beliebt sind Krimis. Und die Zielgruppe der 16- bis 25-Jährigen entdeckt das Kino neu. Nicht zuletzt durch kluge Familienfilme. „Checker Tobi 3“ etwa verbindet Klimawandel und Humor und wurde von der KIKA-Redaktion produziert.

Streaming ist kein Ersatz.
Görner betont: Kino und Streaming sind verschiedene Formen des Erlebens. Der emotionale Wert eines Kinobesuchs – sich anziehen, losgehen, das Publikum spüren – ist durch keine Couch ersetzbar. Auch wirtschaftlich ist Kino für Verleiher oft profitabler als Direkt-Streaming.

Zum Schluss gab es ein kleines Gewinnspiel. „Erlebnis Kino“ meint auch Softdrinks und Popcorn. So lauteten die Schätzfragen Görners – und alle machten mit:

- Wie viele Liter Softdrinks wurden 2025 in Wuppertal ausgeschenkt? 112.803 Liter!

- Wie viele Portionen Popcorn wurden gegessen? 91.870 Portionen!

- Wie viele Kilogramm Nachos wurden 2025 im CinemaxX gesnackt? 9.546 kg! 

Emotionaler Schlusspunkt:

Als Antje Lieser Maximilian Palesch ein Stück originales Schwebebahngleis überreicht, ist er sichtlich bewegt. Denn in einem seiner „Was ist was“-Bücher stand als Kind die Geschichte von Tuffi, dem kleinen Elefanten, der aus der Schwebebahn sprang. „Ich habe damals einfach nicht gecheckt, dass die Schwebebahn hängt. Jetzt löst sich die Geschichte endlich auf“, sagt er. So sieht emotionale Stadterzählung aus. In Wuppertal kommt erst die Schwebebahn, dann der Zoo und schließlich die Universität.

Zum Ausklang sahen wir Extrawurst, eine rasante Komödie mit Hape Kerkeling, und gingen mit dem Gefühl nach Hause: Kino kann mehr. Wenn man es lässt.

Es war ein Abend voller Bilder, Geschichten und Fragen – und Popcorn.

Danke, CinemaxX. Danke auch an Adrian Görner und Maximilian Palesch.

Wuppertal lebt. Auch im Dunkel des Kinosaals.